Skip to main content

Bildsensoren für die Landwirtschaft: Innovationen und Herausforderungen

FRAMOS

FRAMOS

November 14, 2025

Bildsensoren für die Landwirtschaft: Innovationen und Herausforderungen

Präzisionslandwirtschaft im digitalen Zeitalter

Der Einsatz von Bildsensoren hat in der Landwirtschaft in den letzten Jahren zunehmend an Bedeutung gewonnen, insbesondere im Rahmen der Präzisionslandwirtschaft. Diese Entwicklung hat zu einem datengesteuerten Wandel geführt: Anstatt Felder als homogene Flächen zu behandeln, ermöglichen moderne Sensoren eine gezielte Analyse auf Pflanzenebene. Die Fähigkeit, den Zustand von Nutzpflanzen zu beurteilen, Schädlingsbefall frühzeitig zu erkennen und Erträge mit präzisen optischen Methoden besser vorherzusagen, ist von entscheidender Bedeutung. Die Landwirtschaft steht damit vor der Herausforderung, die ständig steigenden Anforderungen an Produktivität, Nachhaltigkeit und Ressourceneffizienz zu erfüllen. Visuelle Sensorsysteme gelten als Schlüsseltechnologie, da sie selbst unter schwierigen Umweltbedingungen wie wechselnden Lichtverhältnissen, extremen Temperaturen oder mechanischer Belastung zuverlässig hochwertige Daten für intelligente Entscheidungen liefern.

Wichtige Anwendungen: Von der Ernte bis zur Unkrautbekämpfung

Typische Anwendungsszenarien für Bildsensoren reichen heute von der kontinuierlichen Pflanzenüberwachung über gezieltes Ressourcenmanagement bis hin zur Ernteautomatisierung. Beispielsweise werden Sensoren eingesetzt, um den Gesundheitszustand von Pflanzen oder ihren Wasser- und Nährstoffbedarf mit Hilfe von Spektralanalysen zu bestimmen. Auch automatisierte Ernte- und Düngefahrzeuge profitieren von der integrierten Bildverarbeitung, die Arbeitsabläufe effizienter und präziser macht. Auch bei der Unkrautbekämpfung können Sensoren helfen: Mit Hilfe von multispektraler Bildgebung können sie zwischen Pflanzen und Unkraut auf dem Feld unterscheiden und so den präzisen und ressourcenschonenden Einsatz von Pestiziden ermöglichen.

Herausforderungen: Umwelt, Beleuchtung und Systemintegration

Bildsensoren in der Landwirtschaft müssen besonders hohen Anforderungen genügen. Neben extremen Temperaturschwankungen, Staub und Feuchtigkeit ist die Landwirtschaft durch ständig wechselnde Lichtverhältnisse gekennzeichnet – von hellem Sonnenlicht bis zur Dämmerung. Hinzu kommen mechanische Belastungen durch Vibrationen auf mobilen Plattformen wie Traktoren oder Drohnen. Ein weiteres zentrales Thema ist die Integration von Sensoren in bestehende Hardware- und Softwareumgebungen, zum Beispiel wenn Bilddaten in Echtzeit verarbeitet und mit anderen Informationen aus dem Betrieb verknüpft werden müssen.

Sensortechnologien und praktische Systemintegration

Hersteller wie Sony bieten eine breite Palette von Bildsensoren an, die den anspruchsvollen Anforderungen von landwirtschaftlichen Anwendungen gerecht werden. Zu den herausragenden Entwicklungen gehören der IMX900 Global Shutter Sensor, die Starvis 2 Rolling Shutter Sensoren und der IMX454 Multispektralsensor. Der IMX900 Global Shutter minimiert die Bewegungsunschärfe bei starken Vibrationen und zeichnet sich durch eine erhöhte Empfindlichkeit im Nahinfrarotbereich (NIR) aus, der für die Analyse der Pflanzenvitalität und von Stressanzeichen besonders wichtig ist, da Pflanzen NIR-Strahlung anders reflektieren als sichtbares Licht. Die IMX900 unterstützt einen viel größeren Einfallswinkel, der mehr offene Objektive und eine flexible Auswahl an optischen Systemen ermöglicht. Mit einer einzigen Aufnahme kann Quad HDR problemlos typische Situationen in der Landwirtschaft bewältigen, in denen sowohl starkes Licht auf der Oberseite einer Pflanze als auch dunkle Schatten von unten im selben Bild vorhanden sind.

Leistungsstarke Sensortechnologien für den praktischen Einsatz

Starvis und Stavis 2Sensoren, die ursprünglich in der Sicherheitsüberwachung eingesetzt wurden, bieten eine außergewöhnliche Geschwindigkeit, eine hohe Empfindlichkeit auch im NIR-Bereich und sind dank DOL_HDR (Digital Overlap HDR) besonders für Anwendungen geeignet, bei denen Bewegung und wechselnde Lichtverhältnisse eine Rolle spielen. Farbwiedergabe und Detailgenauigkeit bleiben erhalten, was für analytische Auswertungsmethoden in der Pflanzenmedizin und Unkrauterkennung unerlässlich ist.

Der Multispektralsensor IMX454 geht noch einen Schritt weiter. Er erfasst bis zu 41 verschiedene Wellenlängen als separate Bildkanäle und kann so feinste Unterschiede in Farbnuancen und Materialeigenschaften erkennen, bis hin zur Bestimmung des relativen spektralen Fingerabdrucks von Objekten in der Szene und der präzisen Unterscheidung zwischen Nutzpflanzen und Unkraut. Für die Systemintegration stehen Lösungen zur Verfügung, die von der reinen Sensorauswahl bis hin zur Entwicklung kompletter Kameras oder eingebetteter Bildverarbeitungsmodule reichen, einschließlich der Implementierung auf Plattformen wie NVIDIA, NXP oder sogar Raspberry Pi. Individuelle Anforderungen wie Echtzeitverarbeitung, Kalibrierung und dynamische Anpassung der Sensorfunktionen spielen eine entscheidende Rolle für den zuverlässigen Einsatz auf dem Feld.

Unterstützung durch Systempartner

Die Kombination aus fortschrittlicher Sensortechnologie und umfassender Systemunterstützung durch Engineering-Partner ermöglicht es Landwirten und Entwicklern, maßgeschneiderte Lösungen für die Agrarindustrie zu implementieren. Experten begleiten die Anwender von der Auswahl und Kalibrierung des Sensors über die passende Optik bis hin zur Integration in bestehende Kontrollumgebungen und zur Schulung der Anwender.

 


Die Bildsensortechnologie eröffnet ein enormes Innovationspotenzial in der Landwirtschaft. Anwendungen wie die automatische Pflanzenüberwachung, die gezielte Ausbringung von Nährstoffen, die Automatisierung der Ernte und die effiziente Unkrautbekämpfung tragen dazu bei, die Effizienz und Nachhaltigkeit der Produktion erheblich zu steigern. Die Herausforderung liegt in der Anpassung und robusten Integration der richtigen Sensortechnologie. Moderne Sensorlösungen vereinen hohe Datenqualität, Flexibilität und Zuverlässigkeit unter anspruchsvollen Bedingungen – und legen damit den Grundstein für eine zukunftsorientierte, digitale Landwirtschaft.