{"id":2143,"date":"2016-10-24T08:20:00","date_gmt":"2016-10-24T08:20:00","guid":{"rendered":"https:\/\/framos.com\/news\/framos-young-art-collection-2016-azurblauer-himmelsfalter-in-mikroskopischer-tiefenschaerfe\/"},"modified":"2024-04-24T22:11:45","modified_gmt":"2024-04-24T22:11:45","slug":"framos-young-art-collection-2016-azurblauer-himmelsfalter-in-mikroskopischer-tiefenschaerfe","status":"publish","type":"news","link":"https:\/\/framos.com\/de\/news\/framos-young-art-collection-2016-azurblauer-himmelsfalter-in-mikroskopischer-tiefenschaerfe\/","title":{"rendered":"FRAMOS Young Art Collection 2016: Azurblauer Himmelsfalter in mikroskopischer Tiefensch\u00e4rfe"},"content":{"rendered":"<p><img decoding=\"async\" class=\"article-content-image\"  src=\"https:\/\/framos.com\/wp-content\/uploads\/2024\/04\/Young_Art_Collection_750x750.jpg\" alt=\"Young_Art_Collection_750x750\"><br \/>\n<em >Gewinner der F<strong>RAMOS Young Art Collection 2016<\/strong> ist das Bild \u00e2\u20ac\u017eMorpho50x\u201c des Fotok\u00fcnstlers und Technologie-Nerds Michael Bachhofer. Mit einem selbstentwickelten Roboter fotografiert der Wiener Tausendsassa im GigaMicro-Bereich mit bis zu 50facher Vergr\u00f6\u00dferung bei 2 Mikrometer Tiefensch\u00e4rfe Grenzstrukturen zwischen Objekten und Au\u00dfenwelt. <strong>Morpho50x<\/strong> zeigt die detaillierte Fl\u00fcgelschuppung des azurblauen Himmelsfalters. Das 180cm auf 100cm gro\u00dfe Werk wird hinter Acrylglas mit 3D-Wirkung in der designorientierten M\u00fcnchner Firmenzentrale des Bildverarbeitungsexperten aufgeh\u00e4ngt.<\/em><br \/>\nKunst f\u00fcrs Auge und Wahrnehmung von Bildern &#8211; FRAMOS als globaler Technologiepartner f\u00fcr Bildverarbeitung vom Sensor zum System unterst\u00fctzt mit der Young Art Collection seit 2011 aufstrebende K\u00fcnstler. Wo Ingenieure und Imaging Spezialisten mit visueller Sensorik L\u00f6sungen f\u00fcr Automatisierung und Digitalisierung finden, wird mit den Werken die Br\u00fccke zwischen Technologie und Kunst geschlagen. <strong>Michael Bachhofer<\/strong> verfolgt mit der GigaMicro-Serie einen \u00e4hnlichen Ansatz im k\u00fcnstlerischen Bereich &#8211; ein Interview.<\/p>\n<blockquote><p>\n<strong ><em >Herr Bachhofer, Ihr Bild \u00e2\u20ac\u017eMorpho50x\u201c zeigt einen Schmetterlingsfl\u00fcgel in mikroskopischer Genauigkeit. Wie kam Ihnen die Idee zu diesem eher wissenschaftlichen Ansatz?<\/em><\/strong>\n<\/p><\/blockquote>\n<p>Das Bild zeigt den Detailausschnitt des Fl\u00fcgels eines azurblauen Himmelsfalters, wissenschaftlich Morpho peleides. Thematisch reiht es sich zwischen meine weiteren Schmetterlingsprojekte \u00e2\u20ac\u017eThe Pattern which connects\u201c und \u00e2\u20ac\u017eYou are beautiful \u00e2\u20ac\u00a6 \/ handsome\u00e2\u20ac\u00a6\u201c. W\u00e4hrend diese sich grundlegend mit den Wechselwirkungen von Kunst und Wissenschaft besch\u00e4ftigen, versucht Morpho50x einen \u00e2\u20ac\u0161pseudorealen\u2018 und extremen Einblick in die Mikrowelt zu gew\u00e4hren. Die spezifische Motivation hinter diesem Bild ist die Auslotung der Grenzen des mir technisch Machbaren. Das 50x Objektiv ist mein st\u00e4rkstes Objektiv, generiert also die h\u00f6chstm\u00f6gliche Vergr\u00f6\u00dferung. Ich war neugierig, welche r\u00e4umliche Wirkung die Schmetterlingsfl\u00fcgel bei dieser mikro-detaillierten Betrachtung entfalten. <span>Haupts\u00e4chlich ist es mein forscherischer Drang, immer wieder Neues zu sehen und zu erfahren. Und was ich rausgefunden habe, m\u00f6chte ich an andere vermitteln. Morpho50x ist einzigartig, es ist bisher mein einziges Experiment mit dem 50x Mikroskopobjektiv.<\/p>\n<blockquote><p>\n<strong ><em >Sie haben u.a. f\u00fcr \u00e2\u20ac\u017eMorpho50x\u201c einen Roboter und eine spezielle Software gebaut. Bitte erl\u00e4utern Sie die technische Realisation und die Herausforderungen.<\/em><\/strong>\n<\/p><\/blockquote>\n<p><span><img decoding=\"async\" class=\"article-content-image\"  src=\"https:\/\/framos.com\/wp-content\/uploads\/2024\/04\/you_are_beautiful-_15cm_300dpi-scaled.jpg\" alt=\"you_are_beautiful-_15cm_300dpi\">Es ist sehr schwierigin so extremen Vergr\u00f6\u00dferungsbereichen zu arbeiten. Die Tiefensch\u00e4rfe betr\u00e4gt nur 2 Mikrometer und bereits kleinste Vibrationen f\u00fchren zu Unsch\u00e4rfe. Das k\u00f6nnen minimale Ersch\u00fctterungen durch die U-Bahn, den Stra\u00dfenverkehr oder die Waschmaschine sein. F\u00fcr meine Schmetterlingsprojekte habe ich einen Roboter entwickelt, der es mir erm\u00f6glicht, Kamera und Mikroskopobjektiv computergest\u00fctzt im Nanometerbereich zu positionieren bzw. Areale sequenziell und teilautomatisiert abzurastern. Um den Sch\u00e4rfebereich auf das ganze Bild auszudehnen wird sogenanntes &#8218;Focus Stacking&#8216;, also die \u00c3\u0153berlagerung verschiedener Bilder mit unterschiedlichem Fokus, angewendet. Die gro\u00dfe Fotografie entsteht dann durch \u00e2\u20ac\u0161Image Stitching\u2018 aus tausenden Einzelaufnahmen<span>, da sonst nur ein sehr kleiner Bereich des Schmetterlingsfl\u00fcgels zu sehen w\u00e4re. <\/p>\n<blockquote><p>\n<strong ><em ><span>Die GigaMicro-Serie, zu der Morpho50x geh\u00f6rt, beschreibt eine weitgreifende k\u00fcnstlerische Ambition. Wo liegt Ihr Ansatz?<\/em><\/strong>\n<\/p><\/blockquote>\n<p><span><strong>GigaMicro<\/strong> ist neben meinen netzwerkanalytischen Bestrebungen ein Beitrag zur Visualisierung von \u00e2\u20ac\u017eScience and Technology\u201c im Spannungsfeld zwischen Kunst, Wissenschaft, Technologie und Gesellschaft. Kunst als solche spricht oft nur eine Elite an &#8211; Menschen, die in Kunstmuseen, Galerien oder auf Kunstmessen gehen und sich Kunst leisten k\u00f6nnen. Mit GigaMicro m\u00f6chte ich neue Einblicke in k\u00fcnstlerische und technische Sichtweisen geben &#8211; und dies vor allem wenig kunstaffinen, aber grunds\u00e4tzlich offenen und neugierigen Menschen n\u00e4herbringen. <\/p>\n<blockquote><p>\n<strong ><em >Schmetterlinge sind ein wiederkehrendes Thema in Ihren Werken. Was assoziieren Sie mit den Tieren und wie passen die umgedrehten bzw. besch\u00e4digten Schuppen in den Gesamtkontext?<\/em><\/strong>\n<\/p><\/blockquote>\n<p><span>Bereits als Kind habe ich Schmetterlinge teilweise mit nackten H\u00e4nden gefangen, wobei ihre Schuppen an meinen H\u00e4nden kleben geblieben sind &#8211; was ich damals f\u00fcr magischen Feenstaub hielt. Der Schmetterling ist zu meinem Krafttier geworden. Mit unz\u00e4hligen begonnen Studienf\u00e4chern und dem Spagat zwischen Projekten in Kunst, Naturwissenschaften, Technologie und sonstigen Spinnereien springe ich teilweise auch selbst von Bl\u00fcte zu Bl\u00fcte &#8211; daraus ziehe ich meine Lebendigkeit. Vor ein paar Jahren habe ich aufgrund einer schweren Krankheit die Haut an meinen H\u00e4nden und F\u00fc\u00dfen verloren. Ich wollte die Schuppen als Grenzstruktur zwischen mir und der Welt fotografieren, bin aufgrund des vorhandenen Pulses und seiner Vibration aber vor allem an der geringen Tiefensch\u00e4fe gescheitert. So kam ich auf die Ideen die Schuppen eines Schmetterlings als Symbol meines Selbst zu fotografieren. Au\u00dferdem ist ein Schmetterling nat\u00fcrlich viel \u00e4sthetischer als meine Haut. Einen Schmetterlingsfl\u00fcgel in 3 Meter Gr\u00f6\u00dfe bei vollen 300dpi gab es vorher noch nie auf der Welt und ich konnte pl\u00f6tzlich Geschichten aus dem Schmetterling lesen. Mich haben z.B. die Spuren der Luftk\u00e4mpfe fasziniert, in denen m\u00e4nnliche Schmetterlinge um ein Weibchen antreten. Die besch\u00e4digten Schuppen waren eine gro\u00dfe Motivation f\u00fcr mich, gerade dieses Motiv mit dem 50x Objektiv zu fotografieren. Ich mag den Schein von Perfektion, fast noch mehr aber den Charme des Imperfekten.<\/p>\n<p><strong ><em ><span><img decoding=\"async\" class=\"article-content-image\"  src=\"https:\/\/framos.com\/wp-content\/uploads\/2024\/04\/portraits_by_ben-7_1080px.jpg\" alt=\"portraits_by_ben-7_1080px\">\u00c3\u0153ber den K\u00fcnstler:<\/em><\/strong><br \/>\n<span>Michael Bachhofer, Jahrgang 1976, stammt aus der Steiermark. Nach Stationen in der Elektrotechnik, der Biologie und \u00c3\u2013kologie, der Ethnomedizin und Mediengestaltung sowie dem Studium der K\u00fcnstlerischen Anatomie und Fotografie in Tokyo lebt und arbeitet er als freischaffender K\u00fcnstler in Wien.<br \/>\n<span>Seine Arbeit konzentriert sich darauf, die menschliche Wahrnehmung zu untersuchen, zu ver\u00e4ndern und zu erweitern, indem er k\u00fcnstlerisch-wissenschaftliche Methoden anwendet, die normalerweise Unsichtbares oder schlicht \u00c3\u0153bersehenes wahrnehmbar machen. Dazu verwendet Bachhofer eine Vielzahl an Medien, wie Fotografie, Film oder Klanginstallationen, und experimentiert mit immer neuen Verfahren. Als Anh\u00e4nger des radikalen Konstruktivismus geht er davon aus, dass jedwede Wahrnehmung v\u00f6llig subjektiv ist. Demnach kann Wahrnehmung kein Abbild einer bewusstseinsunabh\u00e4ngigen Realit\u00e4t liefern. Bachhofer versucht mit seiner Kunst sozusagen die Realit\u00e4t aufzusp\u00fcren, im Wissen, dass eine universale Realit\u00e4t nicht fassbar ist. Deshalb bestehen all seine Werke aus einer Vielzahl einzelner Fotos, die zusammengesetzt ein gr\u00f6\u00dferes Ganzes ergeben.<\/p>\n<p class=\"text-left\">\n(c) Potrait by <span>Ben Owen-Browne<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Gewinner der FRAMOS Young Art Collection 2016 ist das Bild \u00e2\u20ac\u017eMorpho50x\u00e2\u20ac\u0153 des Fotok\u00fcnstlers und Technologie-Nerds Michael Bachhofer. Mit einem selbstentwickelten Roboter fotografiert der Wiener Tausendsassa im GigaMicro-Bereich mit bis zu 50facher Vergr\u00f6\u00dferung bei 2 Mikrometer Tiefensch\u00e4rfe Grenzstrukturen zwischen Objekten und Au\u00dfenwelt. Morpho50x zeigt die detaillierte Fl\u00fcgelschuppung des azurblauen Himmelsfalters.<\/p>\n","protected":false},"author":6,"featured_media":2148,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","template":"","format":"standard","meta":{"_acf_changed":false,"inline_featured_image":false,"footnotes":""},"news-categories":[42,43],"news-category":[],"news-tag":[],"class_list":["post-2143","news","type-news","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","news-categories-news","news-categories-news-de"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/framos.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/news\/2143","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/framos.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/news"}],"about":[{"href":"https:\/\/framos.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/news"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/framos.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/6"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/framos.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=2143"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/framos.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/news\/2143\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/framos.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/2148"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/framos.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=2143"}],"wp:term":[{"taxonomy":"news-categories","embeddable":true,"href":"https:\/\/framos.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/news-categories?post=2143"},{"taxonomy":"news-category","embeddable":true,"href":"https:\/\/framos.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/news-category?post=2143"},{"taxonomy":"news-tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/framos.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/news-tag?post=2143"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}